No. 3

Das Haus kenne ich nun schon 12 Jahre. Es stand leer, der Garten war noch gepflegt, und ich konnte seinen Untergang und Verfall miterleben.

Leider.– Denn es war ein einfaches, schlichtes Haus, aber mit einem Garten drumherum und lag genau auf der Grenze vom Städtchen und zum Land…

So ein Haus wäre noch vor einigen Jahren unser Traum und unsere Rettung gewesen.

In den ersten Jahren sah man nur den Garten immer mehr verwildern, von Zeit zu Zeit brachte jemand etwas Ordnung rein. Das geschah immer seltener.

Dann hatten sich dort wohl Jugendliche Zugang verschafft, und es sah nicht mehr ordentlich dort aus, im Gegenteil, mutwillige Zerstörungen und Dreck waren nun an der Tagesordnung.

Bis zu dem Morgen, als das Haus brannte, die Feuerwehr löschte, aber sie war nicht sehr schnell vor Ort gewesen. Kein Wunder, denn das Haus liegt etwas abseits und wer sieht nachts da schon ein Feuer.

Das Dach und die oberen Räume wurden dabei fast vollständig zerstört, später verschloß man Fenstern und Türen und vernagelte offene Bereiche. Um den Garten wurde Stacheldraht gezogen.  —“Betreten Verboten“–

Nun konnte ich erleben, wie Jahr für Jahr der Zustand immer schlechter wurde, ja die ersten Bäume wuchsen aus den leeren Fensterhöhlen und aus dem offenen Dach.  Wind, Regen und Sturm… alles hinterließ seine Spuren und Schäden.

Ein Blick in den Flur, selbst der Putz ist von den Wänden… nach oben fast alles offen… Teile der Treppe sind noch vorhanden. Das gesamte Obergeschoß ist aber offen und alles ist inzwischen eingestürzt.

Oben rechts …. man kann bis in den Himmel sehen… das Fenster ist von herab gestürzten Balken und Deckenteilen fast ganz von innen blockiert.

Schutt, Zerstörung und Verfall… Das wird wohl die Waschküche gewesen sein, da steht noch immer eine Miele Waschmaschine. Schlimm  finde ich, da stehen noch Kochtöpfe und man sieht noch andere private Dinge …

Das sind die letzten Spuren, die Vandalen dort hinterlassen haben. Sie haben vor kurzen alle Fenster und Türen aufgebrochen und haben noch mehr sinnlos zerstört.

Gerade nicht mehr im Bild, blüht rechts ein weißer Flieder ganz verschwenderisch und sein Duft zieht über die Zerstörung…

Brandspuren, geborstene Fensterscheiben, Bäume die aus diesem Chaos wachsen.

Es macht mich traurig das Haus nun Tag für Tag so zu sehen. Wie kann man ein Gebäude einfach dem Zerfall preisgeben… ? Ich verstehe das nicht, warum dann nicht beizeiten verkaufen oder günstig vermieten … WARUM?

Ich kannte weder die Vorgeschichte, noch die Bewohner, habe auch nichts darüber erfahren können…. aber ich habe mir eigentlich jeden Tag Gedanken über das Haus gemacht, immer, wenn ich es sehe… manchmal kommt es mir wie ein  alter hilfloser Freund vor… dem man einfach nicht helfen kann..???

Über Follygirl

alle meine Blogs und anderen Aktivitäten kann man hier finden: http://hye-follygirl.blogspot.de/ Freue mich auf Eure Besuche!
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6 Antworten zu No. 3

  1. Anna-Lena schreibt:

    Seine Rettung wird wohl nur der Abriss sein.
    Solche Häuser hätten sicher viel zu erzählen.

  2. Wirklich sehr schade um so ein schönes Haus, mitten im Grünen. Da hilft, wie Anna-Lena schon schreibt, wirklich nur noch der Abriss. Traurig.

  3. Pusteblume schreibt:

    Ein ähnliches Haus gibt es auch bei uns im Ort. Die Geschichte die Gleiche, erst ist es verlassen, dann leicht verwildert, bis der Vandalismus einzieht. Solche Orte stimmen mich sehr nachdenklich und auch ich stelle mir dann immer wieder die Frage, WARUM musste es soweit kommen…. und ich stelle mir vor, WER in so einem Haus gewohnt hat und was aus den Menschen geworden ist.
    Das Haus bei uns im Ort wurde nun verkauft und wird abgerissen, um anschließend neu gebaut zu werden….
    Aber ganz ehrlich – hätte das sein müssen??? Ich denke nicht.

    LG Susanne

    • Follygirl schreibt:

      Ja, ich glaube, solche Häuser wird man überall finden. Ist aber doch ein Schande, wenn man bedenkt, wie dringend manche Leute noch Wohnraum suchen. Und teilweise haben wir hier ganz schöne Häuser gesehen, die dann abgerissen wurden, und das Gelände ist jetzt nicht mehr bebaut.
      Liebe Grüße, Petra

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